Der Hebräerbrief

Hier sagt schon der Titel sehr deutlich, an wen der Brief adressiert ist: Es geht um Hebräer, wie die Juden in der Diaspora genannt wurden: die Fremden.

Über den Autor dieses Briefes wissen wir nichts. Es gibt Leute, die Paulus vermuten. Dagegen spricht aber, dass Paulus seine Briefe deutlich signierte. (Kol.6, 18; 1. Kor. 21) Wer auch immer der Verfasser ist, er ließ sich von Gottes Geist inspirieren. Und er kannte sich sehr gut in den Schriften des Alten Testaments aus. Der Hebräerbrief ist eigentlich eines der stärksten Bindeglieder zwischen dem Alten und dem Neuen Bund, den Gott mit seinem Volk schließt.
Ist dieser Brief nun für die Juden ein wichtiger Schlüssel zur Botschaft des Neuen Testaments, schließt er mir als Nichtjude sehr vieles vom Alten Testament auf. Und deshalb will ich mit Euch diesen wunderschönen Brief betrachten.

Herbäer 1

1 Gott redet durch die Propheten

Das hat er schon immer getan. Vielfach, also oft, und auf ganz verschiedene Weise. Ich mache mal eine Stippvisite im Alten Testament: Welch eine Vielfalt von äußerst unterschiedlichen Männern und Frauen braucht Gott als sein Sprachrohr: Moses, der ohne viel Worte zu machen Pharao durch Wunder zur Freigabe des Volks zwang. Miriam, deren Anbetung uns überliefert wurde. Amos, der Bauer. Zu ihm sprach Gott durch einen Korb mit guten und schlechten Früchten. Das war ein Bild, das dieser Landwirt verstehen konnte.

2-4 Jetzt aber, in den letzten Tagen, redet er durch den Sohn...

Ich verachte bestimmt das Wort der Propheten nicht. Sie alle haben auf diesen einen Mann hingewiesen, der jetzt redet: den Sohn des lebendigen Gottes, den Erben, der alle Macht im Himmel und auf Erden hat.

Was muss ich tun um erben zu können? Verkehrte Frage. Ich muss nichts tun, ich muss Kind des Erblassers sein. Ich kann tun oder lassen was ich will: Bin ich Sohn, dann bin ich auch Erbe, Erbe zusammen mit meinem großen Bruder Jesus.

Wer ist dieser Sohn? Der Schöpfer der Erde. Johannes sagt uns in seinem Evangelium im ersten Kapitel, dass alles durch Gottes Wort, Jesus, erschaffen wurde. Nichts geschah ohne ihn. Hier fasst der Autor die ganze Heilsgeschichte in einen Satz zusammen:

Jesus ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes

Das Ebenbild seines Wesens

Er trägt alle Dinge durch sein Wort

Er hat uns von jeder Sünde gereinigt

Und er hat sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt

Sine Name überstrahlt die Namen aller Engel und Gewalten in der Herrlichkeit.

Soll uns dieser kleine Bibelauschnitt nicht zum jubeln bringen?

Und dieser Jesus ist mein Bruder!! Halleluja!



  Hebr. 1, 5 –14

Hier muss ich doch noch den historischen Rahmen beleuchten. Schon Paulus hatte einen sehr schwierigen Kampf geführt gegen die Gnosis, die sogenannte „Erkenntnis“. Diese gefährliche Irrlehre wird auch der Grund sein, weshalb der Autor derart scharf den Unterschied des Sohnes Gottes zu den Engeln aufzeigt.
Die Gnosis lehrte unter anderem, dass der Leib durch und durch sündig sei. Darum sei auch alles körperliche verdorben. Sie ging in ihrer „Erkenntnis“ gar soweit, Jesus sei nur ein Mythos, kein Mensch, gewesen und da der Leib ohnehin verloren sei, könne er, Jesus, auch gar nicht auferstanden sein.
Sehr wichtig ist in der Gnosis die Position der Engel, denen man Vermittlerdienste zwischen Gott und den Menschen zuschrieb. Sie waren in einer Art Zwischenhimmel zu Hause, den sie die Fülle nannten.

Vor diesem Hintergrund werden die folgenden Zitate aus dem Alten Testament erst richtig lebendig für mich:

Sohn nannte Gott keinen seiner Engel.
Wenn nun aber im Psalm 2, 7 steht: Du bist mein Sohn, heute habe ich Dich gezeugt, muss ich an den Ausspruch Jesus denken: Ehe denn Abraham ward, bin ich! Kurioses Spiel mit den Zeiten, sicher eine Knacknuss für unsere Deutschlehrer. Aber sagt es nicht auch aus, dass der Sohn Gottes zeitlos ist? Er war, ist und bleibt in alle Ewigkeit. Er verändert sich nicht – und doch nahm er es auf sich für mich Mensch zu werden und meine Sünde wegzutragen!

Keinem Engel galten diese Worte: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein. Worte die Jesus galten, aber auch mir, weil ich das Werk Jesu für mich in Anspruch nehme!

Hier sprich das Wort davon, dass alle Engel den Sohn Gottes anbeten werden. Auch die hohe Position, die Jesus in der zukünftigen Welt einnehmen wird. Es ist eine Stellung, die sich in keiner Weise mit der Aufgabe der Engel vergleichen lässt.

Wie mir an diesen Versen auffällt ist der Psalter eine Fundgrube von Verheißungen, die sich auf Jesus und seine Stellung als Sohn Gottes beziehen.

Jesus selbst sagt: Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben!

Auch die Position der Engel wird hier kurz und prägnant definiert: Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen?

Mensch, wenn du mit Jesus leben willst, werden Dir Engel dienen, damit Du das Ziel, die Herrlichkeit erreichst. Da werden nicht allein Deine Tränen abgewischt: Freudenöl in Fülle wird es für Dich geben!!

Wirklich, ich komme ins schwärmen...



  Heb 2,1 - 4

Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort das wir hören (und heute auch lesen), damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.

Lappland, beim Holz flößen. Großaufgebot im Dorf: alle arbeitsfähigen Männer sollen sich am See treffen. Auch Leif und ich machen uns auf. Was war geschehen? Das Eis war gebrochen und die gefällten Baumstämme trieben frei im Wasser... Schnell mussten kleine Buchten abgesperrt werden, sonst wäre ein Teil des Holzes nie ans Ziel, in die Sägemühlen, gekommen. Kleine Buchten mit einer Gegenstömung konnten die Stämme zum kreisen bringen -- sobald nur ein einziger sich da drin drehte. Sie zogen dabei immer mehr Stämme an. Schließlich sanken sie, denn sie sogen sich voll mit Wasser... Sie erreichten ihr Ziel nie, weil sie sich wegtreiben ließen!

Hier warnt uns der heilige Geist genau aufs Wort zu achten. Sagt meine Bibel nein, dann steht da nicht nja oder jein, sprich vielleicht: gibt es ein Hintertörchen... Die Frage sollte Gott wirklich gesagt haben verleitete die ersten Menschen zur Sünde!

Er war Prophet, ein echter Mann Gottes. Gott hatte ihm einen sonnenklaren Auftrag gegeben, ihm aber auch gesagt, er soll nach dessen Ausführung sofort heimkehren. Da lud ihn ein anderer Prophet zum essen ein. Er lehnte vorerst ab. Doch als der Mann nochmals ansetzte und erst noch erklärte, ein Engel habe ihm den Auftrag gegeben ihn zu bewirten, achtete er nicht mehr auf das Wort, das er gehört hatte. Seinen Ungehorsam bezahlte er mit dem Leben...

Wir werden hier aufmerksam gemacht, dass schon das Wort, das Engel vermittelten gültig war. Jetzt aber sprach Gott

durch seinen Sohn

dessen Augenzeugen

Gott selbst wirkte Wunder und Zeichen

und gab auch den Heiligen Geist.

Wenn wir nun dieses klare Reden Gottes missachten, müssen wir sicher mit Folgen rechnen. Bin ich da wieder ins Gesetz zurückgefallen. Nein! Aber ich kann einfach den Bogen nicht überspannen. Gott sagt klar

dass wir gerettet werden, wenn wir den Namen Jesus anrufen

dass wir vom Geist Gottes erfüllt werden, wenn wir Jesus unser Leben übergeben

und es sagt auch, dass wir jetzt auf sein Wort eingehen müssen, wenn wir sein Reden hören.

Glaube und Gehorsam lassen sich schlicht mal nicht trennen.

Das hebräische Wort, das mit glauben übersetzt wird bedeutet: sich auf etwas stützen, wie auf einen Stock. Wenn nun Gott sagt, ich soll nach rechts gehen, ich begebe mich aber nach links: wie kann ich mich da auf Gott stützen, der auf der anderen Seite auf mich wartet? Dieses Bild zeigt doch, wie genau ich hinhören soll...

Ihr Lieben, es geht um mehr als die kurze Zeit, die wir hier leben: von meiner Haltung hängt die Ewigkeit in der Gegenwart Gottes ab. Hier stelle ich die Weichen und bestimme, wo ich die Ewigkeit verbringe. Es geht um weit mehr, als um zeitlich begrenzte Mühsal, Prüfungen oder Leiden. Es geht um die Herrlichkeit, die Ewigkeit auf die ich mich freuen darf, wenn ich die Botschaft von der Befreiung, die Gnade in Jesus annehme. Ich muss mich nicht treiben lassen!

Ich denke an ein Lied mit dem Chorus: Sei ein lebender Fisch, lebende Fische schwimmen gegen den Strom! Achten wir genau auf die Worte Gottes. Sie geben mir Licht für den nächsten Schritt!



  Hebr. 2, 5-9

Vor uns liegt eine Streitschrift gegen die Lehren der Gnostiker. Und der Autor geht auch in diesem Abschnitt wiederauf die gefährlichen falschen Engellehren ein.

Engel sind Diener, die uns Gotteskindern dienen. Sie sind niemals der Gegenstand unserer Anbetung. Diese gebührt Gott und seinem Sohn. Die beiden haben da Exklusivrecht!

Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkst?
Ja, was ist er? Geschaffen als Gottes Ebenbild, geschaffen zum Lobpreis Seiner wunderbaren Gnade. Also geschaffen, damit Gott durch ihn verherrlicht wird.

Ist das ein Fernziel? NEIN! das ist Gegenwart, denn durch Jesus bin ich auf dem Weg ein Segen für andere zu werden, eben ein Grund, dass mein Gott von anderen Menschen erkannt und auch angebetet wird. Sind wir uns eigentlich dieser hohen Stellung überhaupt bewusst?

Nun, das war wieder ein kleiner Ausflug... denn hier ist von einem Menschen die Rede. Dieser hatte zuvor als Gottes Sohn seine hohe Stellung inne, ist aber freiwillig Mensch geworden. Eben, die Zeit, da er sich unter die Engel erniedrigte. Warum? Damit ich zugang zum Vater bekommen kann, damit ich eben wieder zu dem werde, was ich schon immer sein sollte: Gottes Kind, sein Ebenbild und Erbe seiner Herrlichkeit.

mir platzt der Kragen, wenn ich diese Worte in mein Herz fallen lasse. Wir sind Kinder und nicht Bettler! Wir erkennen den Vater! und wir haben Anteil, ja Anrecht durch Jesus an diesem neuen und unvergleichlichen Leben. Wenn ich da nicht Grund habe zu jubeln!

Und diesem Menschen Jesus, der den untersten Weg ins allertiefste Elend gegangen ist hat Gott alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben! Und in seiner Gegenwart darf ich leben.

Schauen wir ihn an, den König der Ehren!

Bestaunen wir ihn, der solchen Hass, solche Gemeinheiten auf sich nahm um meinetwillen. Er war schon der Beginn des göttlichen Heilwegs und ist auch dessen Vollendung.

Vater, ich staune über Deine Liebe, Gnade, Barmherzigkeit. Ich will einfach Dich anschauen, Deinen großen Namen verherrlichen und Dich über alles stellen, was zu mir und meinem Leben gehört. Lass mich was werden, das nur zu Deinenr Ehre dient. Du bist einfach wunderbar.


  Heb. 2, 10-18

Ich fange mit den Vers 17-18 an, wenn ich diesen Abschnitt betrachte.Er, Jesus musste in allen Dingen seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volks. Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.

Wieder wird hier klargestellt: Jesus war ganz Mensch, auch wenn er als Gottes Sohn auf diese Erde kam.
Die Behauptung der Gnosis, Jesus sei nur ein Mythos, da ja das Fleisch niemals gerettet werden könne, wird klar widerlegt.

Jeus ist herabgestiegen. -- Schon zu Moses sagte Gott, das Geschrei des Volks sei vor ihn gekommen: darum bin ich herabgestiegen!
Gott selbst kam in Jesus, wurde Mensch, damit er Dich und mich in unseren Lebenslagen kennenlernte. Jesus, um deswillen ja die Schöpfung hier steht, für den und durch den die ganze Schöpfung gemacht ist, scheut sich nicht sich auf die unterste Stufe zu begeben und in Armut zu leben.

Das tat er damit wir Vertrauen zu ihm gewinnen: er ist mein Bruder geworden. Und das alles aus Gnade.



  Heb.3,1

Darum, ihr heiligen Brüder...

Welch ein Widerspruch zu den menschlichen Machenschaften! Hier werden die Menschen, die diesen Jesus in ihr Leben aufgenommen haben, HEILIGE genannt. Das hat nichts mit Heiligsprechen zu tun. Wir sind es ja gewohnt, dass Satan Gottes Ideen karikiert, nachäfft und veräppelt. Mit dem Wort heilig ist ihm ein großartiges Stück gelungen.

Heilig bedeutet für Gott abgesondert, zu seinem Dienst beiseitegestellt, reserviert für den obersten Chef. Wagst Du es einem König in schmutzigen Arbeitsklamotten zur Audienz zu erscheinen? Heiligt euch, denn morgen will der Herr Wunder tun! Was beinhaltet dieser Befehl des Josua? Wascht euch, macht euch bereit, nehmt Distanz von allem, was der König nicht mag.

Ich habe in einer Monarchie gelebt. Niemandem wäre es da in den Sinn gekommen einfach ins Schloss zu gehen und da in den Arbeitsklamotten in das Arbeitszimmer des Königs zu gehen... Und Gott behandeln wir manchmal wie einen guten Kumpel. Das kann´s nicht sein.

...die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung... Wir sind also ausgesondert um an der göttlichen Berufung teilzuhaben. Und wie lautet die Berufung? Wir dürfen am Tempel Gottes bauen. Und wie es auf einer Baustelle zig verschiedene Handwerker gibt und keiner ist da überflüssig oder etwa wichtiger ist als der andere, so ist es in Gottes Bauwerk. Der Bauherr selbt bildet die einzelnen Handwerker aus. Jeden nimmt er beiseite, er heiligt ihn, damit er dann als Klempner, Maurer, Elektriker oder was auch immer, seinen Dienst tun kann. Alle müssen zusammenwirken, wenn was gscheites am Ende dastehen soll.

...schaut auf den Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus...

Was tut ein Lehrling, wenn er einen neuen Arbeitsgang erlernt? Er schaut dem Meister auf die Finger. Um das zu tun muss er in Tuchfühlung, also ganz nahe bei seinem Chef sein. Wenn er gleich denkt, das sieht leicht aus, das kann ich auch! platsch er wohl im nächsten Augenblick auf die Nase. Nur nahe beim Meister sieht und lernt er genug um bestehen zu können!

Jesus wird hier der Apostel, also Sendbote, genannt und auch Hoherpriester. Wie mich der Vater sandte, sende ich euch mit der Botschaft des Priesters: lasst euch mit Gott versöhnen!


  Heb. 3,2-6

Wenn sich das jüdische Volk auf Abraham und vor allem Moses beruft, berufen sich Jesu Jünger auf Jesus, den Sohn Gottes. Sicher, Moses war treu als Knecht im Hause Gottes. Er wird aber weit überstrahlt vom Sohn Gottes, der jetzt sein Haus, die neutestamentliche Gemeinde baut. Doch wie Du Moses nicht vom jüdischen Volk trennen kannst, werden wir auch die Gemeinde nicht von den jüdischen Wurzeln trennen können. Alles, was im Alten Testament steht deutet auf Jesus hin, der das Wort Gottes ist und daher auch als einziger in der Lage war, Gottes vollkommenses Gesetz der Liebe zu erfüllen.
So wird Moses zum Wegweiser, der auf Jesus hinweist.

Christus ist treu als Sohn über Gottes Haus -- dieses Haus ist die Gemeinde. Halte ich fest, dass Jesus diesen Flohhaufen zu einem vollkommenen Haus aufbaut? Vertraue ich ihm? Halte ich diese Hoffnung fest? Jesus hat den Glauben in mein Herz eingepflanzt. Vertraue ich darauf, dass ich eines Tages sehen werde, dass er sein Haus wunderbar vollendet? Er wird es tun!!!

Und dieser Jesus ruft immer noch, redet, weist durch Gottes Geist auf die Gnade hin. Seine Botschaft ist immer noch die selbe geblieben, die auch die Apostel verkündet haben:

Du hast Gottes Sohn gekreuzigt, hingerichtet

Gott hat ihn lebendig gemacht

Darum lass dich durch ihn mit Gott versöhnen

Das dürfen wir noch heute an Jesu Statt bitten.



  Moses -- Christus

Einen Propheten wie mich wird Gott erwecken... Moses, hier hast Du Dich gewaltig verstiegen, möchten wir sagen, denn wir wissen, dass Moses hier von Jesus redet.

Doch wenn ich ins neue Testament schaue, sehe ich hierzu eine Parallele, die mir auch zu denken gibt: Paulus. Er konnte sagen: Folgt mir nach, wie ich Christus nachfolge.

Moses sah das himmlische Original der Stiftshütte, die er dann nach Gottes Vorgaben nachbaute. Und so entstand das Abbild.

Chritus baut seine Gemeinde. Moses konnte die Stiftshütte aber nicht selbst bauen. Gott befähigte Handwerker, die diese Arbeiten ausführten. Ebenso delegiert Christus den Bau seiner Gemeinde an Menschen, die von Gott befähigt und eingesetzt werden. Und wir tun gut daran, auf diese Menschen zu achten und besonders für sie zu beten. So wird die Gemeinde wachsen -- das Haus Gottes bei den Menschen.

Hier sehen wir aber auch wie Christus Moses weit überstrahlt. Moses brachte dem Volk Gottes Gesetz. Und dieses weist immer wieder auf Christus hin. Es zeigt, wie schmutzig Sünde in Gottes Augen ist. Mit Jesu erscheinen wurde die Erziehungsarbeit des Gesetzes überflüssig, weil Jesus es erfüllt hat.

So viel höher steht Christus über seinem Diener Moses.


  Heb. 3, 7-18

Was haben wir nicht alles mit unserm Herrn erlebt!
Er hat uns gerufen, gereinigt, mit dem Heiligen Geist erfüllt. Er hat alle Voraussetzungen gegeben, damit wir ihm überhaupt nachfolgen können. Und durch seine Gnade habe ich Zutritt zum Vater, der mich um Jesu willen als sein Kind angenommen hat.

Hier warnt der Schreiber, mahnt zu Vorsicht. Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht.
Paulus gibt uns eine ähnliche Warnung: Sehet zu, dass keine bittere Wurzel in euch aufsteigt...

Während vieler Jahre konnte ich nicht begreifen, warum ich niemals diese überströmende Freude erlebte, die ich bei meinen Schwestern sah. Immer wieder versank ich in Depressionen und fand auch sehr lange keinen Grund dafür. Es war ein seelsorgerliches Gespräch, das mir auf die Sprünge half. "Nährst Du deine Abneigung gegen Deinen Vater? Du bist bitter geworden. Hattest zwar allen Grund dazu. Aber nun stelle ich eine Frage. Dabei geht es nur mal ums wollen, nicht ums können. Willst Du vergeben?" Worte, die mich voll trafen. Ich merkte, dass ich an einen Punkt gekommen war, wo es kein zurück mehr gab. Entweder wollte ich nun vergeben und ließ mir die Kraft dazu geben oder meine Unversöhnlichkeit führte dazu, dass mir nicht vergeben wurde. Auf mein flehen darum gab mir Gott auch hierzu die Kraft: ich durfte Vergeben -- meinem Vater und auch mir selbst -- und ich erlebte die unbändige Freude, die Gott mir schon lange geben wollte.

Anderseits kenne ich Gemeinden, die gerade an diesem Punkt zerbrachen: bittere Wurzeln zerstörten, was Gott hineingeben wollte. Neid, Hass Streit, Lügen, Gerüchte sind Früchte bitterer Wurzeln, die das Leben zerstören.

Dem gegenüber stellt Paulus ein sehr schönes Rezept auf: gibt's was schönes, ein Lob, eine Ermutigung, dem denket nach. Und sollte mal einer zornig sein -- auch das gibt es mal -- lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Also aufräumen und nicht erst darüber schlafen. Sonst entstehen so leicht bittere Wurzeln, die alles verderben. Und dann wird es sehr schwierig, wirkliche Ruhe zu finden.

Es ist dann nur noch ein kleiner Schritt, dass ich dann nicht mehr erkenne, was der Geist Gottes wirkt. Das aber ist gefährlich für ein Gottskind.
Ich will euch nun keinesfalls entmutigen. Daran sind schon viele gescheitert. Wir wollen einander ermutigen uns vor Sünden in Acht zu nehmen und auf das Ziel zuzueilen. Jesus will mich einfach ganz für sich haben -- und ich will mich ihm zur Verfügung stellen. Auch wenn dieser Weg verpricht recht steil und steinig zu werden.

Dieser ganze Abschnitt hier lässt sich in einem Wort zusammenfassen: GLAUBENSGEHORSAM. Mein Gehorsam Jesus gegenüber ist nicht ängstlich. Vielmehr gehorche ich ihm aus Liebe und Freude. Und diese Art Gehorsam führt in eine wunderbare Freiheit. Nicht eine Freiheit, die mir alles gestattet. Aber ich bin frei für Jesus zu leben.



  Hebr. 4

In diesem Kapitel geht es primär nochmals um diese Ruhe. Eine Ruhe, die immer noch bereitsteht für uns.
In den Versen 1-8 wird noch einmal sehr stark betont, dass Glaube und Gehorsm eine untrennbare Einheit bilden müssen. Ich denke da an den Jakobusbrief: Ich habe den Glauben -- Du hast die Werke... zeige mir Deinen Glauben -- ich will ihn Dir an meinen Werken zeigen. Es ist sinnlos von Glauben zu faseln, wenn er nicht zu Werken führt.

In Vers 10 lesen wir aber auch, dass, wer zur Ruhe gekommen ist von seinen Werken ruht. Ja, von den eigenen Werken, die nie dazu reichen vor Gott gerecht zu sein. Aber ich darf von meinen eigenen Werken ruhen, weil ich in Jesu Erlösungswerk Gande gefunden habe. Was mir unter dem Gesetz unmöglich war, hat Jesus mir geschenkt. Mein Gehorsam ist nicht ängstlicher Art. Er kommt aus Glauben und Liebe zu meinem Herrn. Und da sagt uns Paulus klar: Was aus Liebe geschieht, dagegen hat das Gesetz nichts einzuwenden. Ja, der Gehorsam aus Glaube und Liebe ist außerhalb der Grenzen, die das Gesetz bestimmte.

Wenn uns Gott in Vers 12-13 zeigt, dass Gottes Geist und sein Wort alles durchdringen kann, sagt er mir hier auch, dass er die geheimsten Beweggründe zu meinen Handlungen kennt. Stimmt, er kann jederzeit Rechenschaft verlangen von mir -- aber ich darf, wenn ich nach meiner Erkenntnis treu bin auch wissen, dass nicht, rein gar nichts verdammliches an denen ist die in Christus Jesus sind.

Die Verse 14-16 sind für mich die wichtigsten Verse dieses Kapitels:

Mein Hoherpriester, Jesus ist im Himmel und vertritt mich dort vor dem Vater. Und er hat dieses Erdenleben auch von der bescheidenen Seite kennen gelernt. Er versteht mich, weil er auch diese Anfechtungen erlebte. Er kämpfte gegen Verzweiflung -- Gethsemane -- kämpfte buchstäblich bis aufs Blut. Wozu? Damit wir nicht allein Vergebung sondern auch innere und körperliche Heilung erleben dürfen.

Darum lasst uns zuversichtlich hinzutreten zum Thron der Gnade!



  Kap. 5

Wenn ich begreifen will, was es bedeutet, dass Christus mein Hoherpriester ist, muss ich zwangsläufig mal den Tempelbetrieb anschauen. Betrachten wir da den Versöhnungstag. Einmal jährlich musste der Hohepriester mit Blut ins Allerheiligste gehen um die Sünden des Volkes und seine eigenen zu sühnen.

Es musste ein fehlerfreies Tier geschlachtet werden. Dann mussten die Priester einem Ziegenbock die Hände auf den Kopf legen. Damit wurde die Sünde des Volkes auf dieses Tier gelegt, das dann in die Wüste getrieben wurde, weg vom Heiligtum. Den Rest des Blutes trug der Priester dann ins Allerheiligste. Dieser Raum durfte nie ohne Blut betreten werden.

Niemand setzte sich selbst zum Hohenpriester ein.

Um uns aber zu zeigen welch hohe Stellung Christus hier einnimmt lesen wir hier: Du bist ein Priester nach der Orndnung Melchisedeks.

Ein König -- Jesus selbst sagt ich bin ein König. Wäre mein Reich von dieser Welt, würden meine Knechte für mich kämpfen... Aber seine Kämpfe waren Gebetskämpfe. Hast Du eine Ahnung davon, was es bedeutet, zu beten, bis man um den Sieg weiß? Gebetskämpfe, die ans Lebendige gehen sind leider aus der Mode gekommen. Doch diese Kämpfe allein führen wirklich zum Siegüber die Mächte der Finsternis. Das hat uns Jesus vorgelebt.(Verse 7-10)

König von Salem -- Jesaja bezeichnet ihn als Friedensfürsten.

Über Melchisedeks Leben gibt die Bibel keinerlei Auskunft. Er ist einfach im richtigen Moment am rechten Ort. Diese Eigenschaften heben Melchisedek weit über das Gesetz hinaus. Er war hier, mehr als 400 Jahre vor dem Gesetz -- und diesem König unterstellte sich Abraham. So ist Melchisedek ein Bild auf Jesus, der schon immer war (Joh. 1) und auch nicht aufhört, weil er auferstanden und in den Himmel gefahren ist.

Und in diesen Abschnitt hinein setzt der Schreiber wieder die Bemerkung vom Glaubensgehorsam (V. 8-10). Auch Jesus lernte diese Art Gehorsam und er kämpfte darum, diesen Gehorsam auch in allen Stücken zu leben. Es geht hier nicht um Gesetzesgehorsam sondern Glaubensgehorsam. Wie Melchisedek lange bevor das mosaische Gesetz niedergeschrieben wurde lebte, überstrahlt auch der Gehorsam aus Glauben jeden Gesetzesgehorsam. Ich lebe aus der Gnade -- und darf aus dieser Gnade heraus auch Dinge tun, die ich aus mir heraus nie schaffen würde.

Danke Jesus!



  Hebräer 6, 1-9

Es tun sich viele sehr schwer mit diesem Kapitel, besonders mit diesem Abschnitt. Doch lesen wir zuerst einmal die Stellen von denen Jesus selbst von der Sünde gegen den Heiligen Geist redet. Und auch die Stellen kann ich nur verstehen, wenn ich den Zusammenhang sehe. Jesus spricht die geistlichen Führer an, die Elite, die Gottes Wort sehr gut kannte. Sie hätten sehr wohl erkennen können, dass Gottes Geist durch Jesus am Wirken war. Und sie habens auch erkannt. Aber um nicht selbst umdenken zu müssen und vor dem Volk das Gesicht nicht zu verlieren, verhöhnten sie wider besseres Wissen den Geist Gottes und behaupteten, Jesus würde durch den obersten Teufel die Dämonen austreiben. Diese Männer wussten genau welche Ungeheuerlichkeiten sie da in Umlauf brachten. Und ihre Worte brachten sie zu Fall.

Hier redet der Schreiber des Hebräerbriefes nicht von Menschen, di esich von Sünde übertölpeln ließen. Auch nicht von Sünden mit denen die Menschen liebäugeln. Er spricht von Menschen, die sehr gut wissen, dass Jesus ihr Leben erneuert und umgestaltet hat. Sie haben sich nicht nur abgewandt: sie verspotten den Geist Gottes. Mit ihren Worten verhöhnen sie offen den Geist des lebendigen Gottes. Dieses ist die einzige Sünde, die uns niemals vergeben werden kann. Das hat schon Jesus selbst überdeutlich gesagt. Und da frage ich mich schon, wie ich da einen Widerspruch zu andern Bibelstellen sehen soll. Den gibt es hier nicht.

Wer kann denn diese Sünde überhaupt begehen? Ganz sicher nur wer die Kraft und Herrlichkeit Jesu in seinem Leben mächtig erfahren hat. Zudem hat Gott sehr viel Geduld. Aber es ist sehr gefährlich, das Wirken Gottes im Nachhinein wider besseres Wissen dem Spott preiszugeben und zu behaupten, Satan sei der Urheber göttlichen Wirkens. Da würden wir eine Grenze überschreiten, bei der es kein Zurück mehr gibt.

Noch etwas fällt mir auf: Hier sind die alten Hasen und nicht die Neulinge auf dem Weg angesprochen. Der Schreiber sagt ausdrücklich, er verlasse bewusst die Anfangsgründe im Glauben. Daher kann es sich bei der genannten Sünde nie um Irrtum oder Versehen handeln: Gott spricht Menschen an die genau wissen was sie tun.

Auch der Vergleich mit dem Acker, der reichlich Gottes Segen empfängt und doch keine Frucht bringt spricht für mich Klartext. Hier kann nur Brandrodung folgen...

Diesen Abschnitt überstrrahlt für mich Vers 9: Wir sind gewiss, dass es um euch besser bestellt ist und ihr lebt in inniger Gemeinschaft mit Gott...



  Hebräer 6, 10-20

Gott ist nicht ungerecht und er lässt sich bestimmt nicht lumpen. Jeder Dienst, auch ein völlig unscheinbarer, wird belohnt.

Abraham hatte sicher öfters Grund zu zweifeln. Gott hatte ihm von einem Sohn erzählt und nun war seine Frau bald 90 und noch nicht schwanger. Und doch hielt der Mann an Gottes Verheißung fest. Als Gott ihn aufforderte, diesen Sohn, den ihm Sara im hohen Alter geboren hatte zu opfern war er dazu bereit... Gott hatte aber einen Hammel bereit. So starb auch hier wieder ein Schaf an Stelle des Isaak. Dieses Erlebnis muss diesen Mann sein Leben lang begleitet haben: Für mich gab Gott ein Lamm in den Tod.

Gott hat nicht allein verheißen, er hat dazu noch geschworen Abraham zu segnen und zu mehren.
Und wo stehen wir? Wir sind Erben des Abraham, denn Abraham glaubte Gott und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Und wir dürfen in diesem Glauben vor Gott treten: gereinigt und gerecht gemacht durch den Tod und die Auferstehung Jesu. Ich lebe, weil Gottes Lamm für mich starb. Wir haben Zutritt zu Allerheiligsten, haben Gnade durch das Kreuz erfahren. Jesus ist mein Hoherpriester, der für mich sein Blut geopfert hat.
Hier wied Jesus mit Melchisedek verglichen, dem Priester-König von Salem, ein Priester und König des Friedens. Und Jesus hat Frieden gemacht zwischen Gott und Menschen durch das Kreuz.



    Hebräerbrief 7

Die Einteilung unserer Bibel in Kapitel, Abschnitte und Verse ist von Menschen später hinzugefügt worden, damit die Stellen in der bibel leichter gefunden werden. Wenn nun dieses Kapitel in einige Abschnitte aufgeteilt ist, will ich es doch als ganzes sehen. Sinngemäß gehört hier auch das achte Kapitel dazu, das sich ja auch mit Melchisedek befasst. Dennoch möchte ich es bei meiner Betrachtung noch nicht einbeziehen. Somit bleibt die Arbeit hier übersichtlicher.

Ich wiederhole hier nicht die Einleitung in den versen 1 - 3.
Abraham lebte über 400 Jahre bevor Moses das Gesetz empfing. Und als Abraham mit reicher Beute von seinem Kriegszug zurückkam brachte er aus freien Stücken den Zehnten dem Melchisedek. Und dieser segnete Abraham.

Segen zusprechen gehört in die Aufgaben eines Priesters. Wir sehen, dass Melchisedek kein Nachkomme Abrahams ist. Wir sehen hier auch keine Ahnenreihe aufgelistet. Er ist einfach da. Und er segnet den Mann, dem Gott all die wunderbaren Verheißungen gegeben hat. Lesen wir den Bericht über diese Ereignisse in 1. Mose 14, 17-20, flällt mir etwas auf. Auch Melchisedek kommt nicht mit leeren Händen. Er geht seinem Freund entgegen und hat Brot und Wein bei sich. In Matt. 26, 29 erwähnt Jesus, dass er keinen Wein mehr trinken werde, bis er das tun werde mit uns zusammen in Reich seines Vaters. Wir wissen nicht von weiteren Begegnungen Abrahams mit Melchisedek. Aber wir sehen, dass er sich aus völlig freien Stücken Melchisedek unterordnete. Auch darin ist Abraham uns ein leuchtendes Beispiel. Hier in diesem Kapitel werden uns Parallelen gezeigt zwischen Jesus und Melchisedek. Und das Verhalten des Abraham zeigt mir die Parallele zur Gemeinde. Sie dient dem Herrn aus freien Stücken, ordnet sich aus Liebe ein und handelt freiwillig nach dem Gebot der Liebe. Das tut sie nicht um gerecht zu werden, sondern weil sie durch Jesus gerecht gemacht wurde. Wie Abraham sich Melchisedek unterstellt, hat auch die Gemeinde den Chef gewechselt: Satan hat kein Herrenrecht mehr. Er ist besiegt. Und die Gemeinde dient fortan ihrem neuen Herrn.

Noch eine Parallele sehe ich. Melchisedek, der nicht zu Gottes auserwähltem Volk gehörte, war König und Priester in Personalunion. Auch darin gibt es eine Parallele: Jesus macht uns zu Königen und Priestern an seiner Statt. Er selbst ist der Hohepriester, der selbst mit dem Opferblut die Sünde ausgeräumt hat. Und wir haben das Amt zu segnen und Menschen den Weg der Versöhnung zu zeigen. Auch wenn ich nicht zum Volk Israel gehöre habe ich diese wichtige Aufgabe von Gott erhalten.

Lebe ich nun so, dass Menschen nach Gott fragen? Lebe ich Versöhnung? Sicher gelingt es mir nicht immer, aber immer öfter...


  Herbäer 7

Jesus wäre nach dem Mosaischen Gesetz niemals Priester geworden, denn er gehörte dem Stamme Juda an. Priester wurden aber nur Leviten und auch nur Nachkommen Aarons. Hier aber durchbricht Gott seine eigene Ordnung: Du, Jesus, bist ein Priester nach der Ordnung Melchisedeks. In der Schrift wird uns kein Stammbaum des Melchisedek genannt -- und auch seinen Tod nennt die Bibel nicht. Dass er einem Volk entstammt, aus dem nie ein Priester Gottes hervorging ist klar. Hierin ist er wirklich ein Bild auf Jesus, den Priesterkönig Israels.

Keine menschlicher Anfang -- kein Mann hatte ihn gezeugt.

Der Tod konnte ihn nicht halten -- sein Auferstehungsleben kann nicht mehr ausgelöscht werden.

Sein Blut wäscht Sünden hinweg und deckt sie nicht nur zu!

Wenn ich da nicht Grund habe Jesus anzubeten und ihm zuzujubeln? Ich freue mich an Dir!


  Hebräer 7

Mit dem Tod und der Auferstehung Jesu ist aber das Levitische Priestertum überflüssig geworden. Jesus hat durch sein Opfer die Sünde getilgt. Sein Opfer gilt für alle Zeiten und reinigt von aller Sünde. Er hat durch seine Auferstehung den Sieg von Golgatha über alle Macht der Finsternis besiegelt. Wir dürfen zurückblicken auf das vollbrachte Werk Jesu.

In Jesus haben wir einen Hohenpriester. Sein Blut ist aber weit mehr wert als das Blut der Opfertiere, die der menschliche Hohepriester ins Allerheiligste hineintragen musste. Jener Priester brachte auch immer Opfer für seine Sünden. Jesus aber hat nie gesündigt. Er starb schuldlos. Deshalb kann sein Blut uns auch reinigen. Er hat uns durch sein einmaliges Opfer ein für alle Mal geheiligt, dem Vater ausgesondert, damit wir mit und für ihn leben.


  Herbäer 8

Eben staune ich über Gottes Heilsplan. Damals, am Horeb empfing Moses das Gesetz auf den Steintafeln. -- hier aber spricht Gott vom neuen Bund, den er mit der Gemeinde eingehen will: Das Gesetz will er fortan in die Herzen der Menschen hieneinlegen. Er will -- so in Hesekiel -- solche Menschen aus ihnen machen die in Gottes Weisungen wandeln, tatsächlich danach tun!

Paulus sagt es ungefähr so. Was das (steinerne) Gesetz nicht vermochte, schafft Jeusus in den Menschenherzen durch seinen Geist. "Ich will meine Gesetze in ihren Sinn legen, ihnen ins Herz schreiben..." Das tut Gott, weil wir in unserm sündigen Wesen niemals im Stande sind, nach Gottes Weisungen zu leben.

Gott redet schon hier, bei Jesaja, also rund 800 Jahre vor Christus, von einem NEUEN BUND. Somit erklärt Gott die Zeit des Gesetzes als veraltet. der erste Bund, der alte, ist heute überlebt und abgelöst durch das Zeitalter der Gnade. Das ruft mir zwei Dinge in Erinnerung:

Ihr meint in den Schriften das Leben zu finden und

diese sind es, die von mir, also von Jesus, zeugen!!

Lasse ich es zu, dass Gott seine Worte, seinen Willen derart lebendig in mein Herz schreiben darf? Davon hängt mein Leben ab!


  Hebräer 8

Wie die Stiftshütte ein Modell des himmlischen Heiligtums war, so ist sie eben nicht das Original sondern nur ein Abbild dessen, was Gott in der Herrlichkeit bereit hält. Und so ist das Gesetz eine Leitplanke zu dem hin, der selbst das Wort Gottes ist, zu Jesus.

So brachten die Priester im alten Bund ihre Opfer dar. Das waren täglich Hinweise auf das Opferlamm, das unsere Sünden hinwegnimmt.
Nun ist aber einer gekommen der die Forderungen des Gesetzes erfüllte, Jesus, der Sohn Gottes. Mit seinem einmaligen Opfer hat er alle Sünden hinweggeschafft. Er, das Original, machte damit jedes weitere symbolische Opfer überflüssig.

Damit ist auch der Zugang zur Stiftshütte in der Herrlichkeit frei: das Kreuz und die Auferstehung machen es möglich!



  Hebräer 9

Noch einmal geht der Schreiber ausdrücklich auf die Opfervorschriften des Alten Bundes ein. Er zeigt auf, dass der ganze Priesterdienst ein schwaches Abbild auf das Erlösungswerk ist, das Jesus auf Golgatha vollbracht hat.

Dieses einmalige Opfer reicht aus um alle Sünden wegzuwaschen. Dieses Werk hat Jesus ein für allemal vollbracht. Wir dienen also nicht mehr der menschlich gemachten Abbildung. Wir dienen dem Tempel des Heiligen Geistes der in unsern Herzen wohnt. Unser Dienst ist der Dienst am Leib Christi. Das heißt die Gemeinde ist der lebendige Tempel an dem wir täglich bauen dürfen. Da gibt es keine unpassenden Steine. Wenn ein Stein in der Mauer nirgends reinpasst, da habe ich wohl versucht ihm einen falschen Platz zu verschaffen... Das kommt nicht gut. Es mag schwierige "Steine" geben, solche, die sich nur sehr schwer einpassen lassen. Aber jeder Stein findest seinen Platz, wenn ich meine Arbeit betend tue. So liegt es wohl vor allem an den Leitern zu erkennen wo Gott die einzelnen Glieder einsetzen will.

Hier gibt es noch einen sehr wichtigen Satz: Ebenso sicher, wie es dem Menschen gesetzt ist einmal zu sterben und danach aber das Gericht, ebenso sicher wird auch Christus, nachdem er ein einziges Mal als Opfer dargebracht wurde um die Sünden vieler wegzunehmen, zum zweiten Mal ohne Beziehung zur Sünde denen, die auf ihn warten, zum Heil erscheinen.

Nun, in unserer Zeit grassieren auch bei uns Lehren, die behaupten, der Mensch bekomme noch zig Gelegenheiten, sich in einem andern Leben zu bewähren. Mit den zititerten Versen ist diese These widerlegt. Mehr noch: Jesus wird ebenso sicher zurückkommen wie jeder Mensch nur ein Leben hat, das er vor Gott zu verantworten hat.

Gut, wenn wir jeden Glauben an ein Hintertürchen über Bord werfen. Einmal hast du die Chance Jesus als Deinen Retter anzunehmen. Und ebenso sicher kommt Jesus wieder.


  Kapitel 10

Du wunderst Dich wohl auch, warum der Autor so lange über die Opfer im Alten Testament schreibt. Das kann ich erst verstehen, wenn ich sehe wie durch die Gnosis Gottes Wort verdreht und verstümmelt wird.

Die Gnosis lehrte, dass alles Fleisch derart verdorben sei, dass es niemals eine Auferstehung geben könne. Folglich kann auch Christus niemals auferstanden sein...

Die Auferstehung Jesu ist aber eine der Grundwahrheiten in Gottes Heilsplan. Paulus sagt den Korinthern: Ist aber Christus nicht auferstanden, dann ist unser Glaube nichts wert, wir sitzen fest in unseren Sünden. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu werden wir aber nicht allein von Sünde gereinigt, wir werden auch befähigt in diesem neuen Leben zu wandeln.

Hier wird uns noch einmal vor Augen geführt, dass das alttestamentliche Priestertum mit den Opfergesetzen nur ein Schattenbild dessen ist, was real in der Herrlichkeit bereit steht. Und jedes Opferritual weist hin auf den, der Gottes Gebote erfüllte, auf Jesus hin.
Alle Opfertiere sind symbolisch gestorben um auf den Messias und sein Erlösungswerk hinzuweisen.

Schau, wenn ich über die Autobahn heimfahre, gibt es da ein Hinweisschild mit der Silhouette der Stadt Thun. Ich bin aber noch nicht in Thun. Es ist erst das Sinnbild, das die Stadt erkennen lässt. Die Stadt liegt noch einige Kilometer entfernt und sieht in Wirklichkeit auch noch weit schöner aus als auf dem stilisierten Bild.

So ergeht es mir, wenn ich mich mit dem alten Priesterdienst befasse: er ist ein schwaches Bild von dem was Jesus für mich bereit hält. In Jesus aber habe ich die Wirklichkeit, den auferstandenen Messias.
Er legt selbst sein Gesetz in mein Herz und macht aus mir einen Menschen wie er ihn gemeint hat. Und da Gottes Vergebung nun in Jesu Opfer möglich ist, wird er auch nie wieder an meine Sünden denken.

Noch einmal kommt der Autor auf Sünde zu reden, die aber nicht vergeben werden kann. Wie muss ich das verstehen? Er spricht von vorsätzlicher, mutwilliger Sünde, also nicht von Sünde, die jeden Menschen mal überrennen kann. Hier geht es darum, den Geist Gottes zu lästern indem ich Jesus Opfer als unnötig oder unvollkommen erkläre. Wenn ich ganz klar erkannt habe, dass Jesu Opfer meine Rettung ist und das angenommen habe, darf ich das nicht einfach als satanisches Wirken hinstellen. Das ist gefährlich!

Der Autor erinnert seine Leser auch daran wie sie zu Beginn Leiden und Verfolgung auf sich nahmen und so mit Jesus litten. Diese Feuer schien in manchen Herzen nicht mehr recht zu brennen.

Ich denke an den gläubigen Bauern. Er bewirtschaftete einen abgelegenen Hof. Ein oder zweimal im Jahr besuchte er die Kirche. Nun war der alte, gläubige Pfarrer nicht mehr da. Und unter seinem Nachfolger schien das geistliche Leben zu ersticken. Davon sprach der Bauer, als er mit dem Pfarrer sprechen konnte. Ach, meinte dieser, die Gemeinde ist vielleicht nicht mehr so spontan. Aber es ist doch so: sie hat sich etabliert. Die Einladung den Hof zu besuchen nahm der Pfarrherr an. Wochern später wandert Hochwürden durch die Hügel zum Berghof. Nicht weit vom Hof erkennt er den Bauern. Sein Mistfuder sitzt wegen einem Radbruch fest und er muss den Mist abladen um seine Karre reparieren zu können. Der Pfarrer klagt und jammert darüber. Fröhlich meint der Bauer dazu: Nur keine Aufregung, Pfarrer, die Karre hat sie eben etabliert!

Brennt Gottes Liebe in meinem Herz oder stinkt dort nur noch eine mottende Glut. Paulus rät uns, die Asche wegzuschaffen , damit Gottes Flammen wieder frei brennen können!

  Hebräer 11

Was heißt Glaube? Etwa Für-wahr-halten?Vermuten, es könnte was geben, das vielleicht mehr ist, als was ich mit meinen Augen sehe?

Das alles ist Unsinn. Wenn Du nur vermutest eine Steckdose könnte unter Strom sein, wirst Du da nicht Deinen PC aufbauen. Du wirst ihn an eine Steckdose anschließen, die sicher am Netz ist. Und das tust Du, obgleich Du mir nicht erklären kannst was genau elektrischer Strom ist. Du siehst nur seine Auswirkungen...

Glaube ist felsenfeste Überzeugung von Dingen, die ich nicht sehe. Ich kann Gott nicht sehen -- sehe aber überall in meinem Leben seine Spuren.

Für mich ist es weit leichter dem biblischen Schöpfungsbericht zu glauben, als an eine Entwicklung unsres Weltalls durch Zufallskräfte zu denken. Diese Anstrengung spare ich mir: ich vertraue Gott, der durch sein Wort die Schöpfung entstehen ließ.
Hier werden uns viele Glaubenshelden vorgestellt. Ich will mir nur lückenhaft diesen und jenen aus der Aufzählung rauspicken. Lest bitte das Kapitel genau. Es steht unheimlich viel drin!

Abel und sein Opfer werden genannt. Als sein Vater sündigte schlachtete Gott eigenhändig ein Lamm, um ihn zu bekleiden. Sicher hat Adam seinen Söhnen klargemacht, dass es ohne Blutvergießen keine Vergebung gibt. Und er hat hingewiesen auf den Samen der Eva, der einmal kommen wird um die ganze Sünde hinwegzutragen. So war es Abel klar: so wie ich bin darf ich nicht vor Gott kommen. Nur das Blut eines Lammes deckt meine Sünde. -- Ganz anders Kain. Er scheint kein Opfer für die Sünde nötig zu haben: er bringt gleich ein Lobopfer dar. Das kann Gott nicht annehmen.

Ich denke an einen Noah der Regen nicht kannte und im Gehorsam die Arche baute. Er überlebte mit seiner Familie. Abraham zog aus von seiner Familie weg ohne eine Ahnung zu haben, wohin er ziehen sollte. Und er erlebte Gottes Herrlichkeit.

Viele wunderbare Männer und Frauen Gottes könnten wir anführen. Viele stehen hier aufgelistet. Sie haben Gott vertraut und haben seine Wunder erlebt.

Mich beschäftigen aber in dem Zusammenhang zwei Worte, die auch in diesem Kapitel stehen: Andere aber... Sie gingen und gehen noch durch Nöte, Verfolgung , Leid und Trauer. Sind sie deshalb keine Glaubenshelden? Stimmt was in ihren Leben nicht? Mit wie vielen Kranken darf ich beten und ich erlebe immer wieder Gottes mächtiges Eingreifen. Nur bei Elisabeth und bei mir scheint Gott manchmal einfach wegzusehen. Keine Angst. Er ist deshalb nicht weniger da und trägt uns durch all die grausamen Nöte hindurch. Und ich weiß, dass Jesus lebt. Er rettet mich schließlich hindurch.

Der Autor des Briefes führt hier Menschen an, die schwerste Leiden um Jesu willen ertrugen. Sie sind auch unter den Glaubenshelden angeführt. Hauptsache wir bleiben fest an ihm und verherrlichen Gott durch unser Leben.


  Heb.12, 1-3

All diese Glaubenshelden, die uns durch den Tod vorausgegangen sind schauen uns zu. Es sieht einer Wolke von Zeugen gleich.Sie kommen mir vor wie die Gäste in einer Sportarena: das Bild der Sprtler führt der Schreiber an. Werft alles ab, was euch behindert, unpassende Bekleidung oder was auch immer. Nichts darf uns ablenken vom Ziel. Um der Zuschauer willen laufe!!

Ich denke an einen Bericht aus der Antike. Er beschreibt einen Langstreckenlauf im alten Griechenland. Es gab da kleine Tricks die oft zur Anwendung kamen. So warf man Läufern, die man am Sieg hindern wollte, kleine Goldmünzen vor die Füße. Ließen sie sich ablenken und dazu hinreißen auch nur eine Münze aufzunehmen war die Chance auf den Sieg vertan.

Wir werden beobachtet und angefeuert duch diese biblischen Glaubenshelden, eben diese Wolke von Zeugen. Wir dürfen alles ablegen, jede Sünde, die uns gefangen nehmen will . Nur wenn ich jedes unnötige Gramm ablege finde ich die Kraft bis ans Ziel durchzuhalten!

Hier gibt man uns aber noch einen besonderen Tip. Wenn ich mir immer wieder Jesus vor Augen halte, erreiche ich das Ziel. Auf ihn sehen heißt Kraft fürs nächste Wegstück tanken. Jesus geht mit!


  Hebr.12

Wenn du zu Jesus kommst besteht dein Leben aus lauter Sonnenschein -- welch eine schrecklich Dürre müsste das ergeben! Und wie wenig würden wir dann all die kleinen und großen Gnadenerweisungen schätzen? Sie könnten ja im Sonnenschein völlig übersehen werden... Nein hier steht von einem Gebetskampf gegen die Sünde, einem Kampf, der auf Leben und Tod geht. Habe ich da schon bis aufs Blut widerstanden? Jeder muss sich die Antwort selbst geben.

In unserer oft so leidensscheuen Zeit ist es nicht einfach, diese überdeutliche Botschaft anzunehmen.

Ich denke an Reinhold Ulonska, der mir aus seinem Elternhaus erzählte. Mutter rief nach ihm. Reinhold! aber der hatte die Ohren auf Durchzug gestellt. REINHOLD!!!!!! Mutter wurde lauter und eindringlich -- und Reinhold war immer noch auf Durchzug. Aber Stufe drei war höchste Gefahr, da musste man schon rennen: RRRRRREINHOLD!!!!!!! wenn Reinhold da nicht parierte gabs eben ungebrannte Holzasche aufs Hinterteil.

Aber, will man mir da erklären, das führt doch unweigerlich zu psychischen Schäden. Unsinn, nicht wenn ein Kind der Liebe seiner Eltern sicher ist. Wenn ich weiß, dass ich geliebt werde weiß ich auch, dass Vater mir aus dieser Liebe heraus Grenzen setzen muss. Das Leben, in dem ich später mal allein zurechtkommen muss besteht aus ner Menge von Eingrenzungen, die ich akzeptieren muss, wenn ich in unserer Gesellschaft überleben will. Und nicht anders ist es mit meinem himmlischen Vater: er erzieht mich, damit ich eines Tages in seine Herrlichkeit hineinpasse. Wenn ich nun den Vater wirklich als den liebenden, heiligen Gott kenne, kann ich auch seine Schläge mal besser ertragen.

Wenn ich hier die Verse 12-18 lese, fällt mir der Weitblick des Vaters auf: erst einmal gehts um mich, dass ich erstarke. Aber wozu? Damit auch das verletzte, lahme, verkrampfte zurechtfindet und auf dem Weg bleibt! Er sieht in der Gemeinde auch all diejenigen die Mühe haben und hilft deshalb den kräftigeren nach, damit keiner verloren geht.
Hier aber bezieht sich der Autor auf Esau, den er als trauriges Beispiel anführt. Er vertrödelt das Erstgeburtsrecht für einen Topf Suppe! Sein momentaner Hunger war ihm weit wichtiger als sein Erbe. Es ging da sicher nicht um die Linsen. Vielmehr war es die ganze Herzenshaltung dieses Mannes, der sich aufs diesseits konzentrierte und dem es bis dahin egal war, was Gott dazu sagte. Schließlich kam er aber doch an und wollte die hohle Hand machen. Da war es zu spät. Es gibt also auch ein zu spät, wenn ich mein Herz immer wieder verhärte und mich keinen Deut um Jesus und seine Meinung schere.

Der Autor geht aber noch weiter. Er erinnert an die Wüstenwanderungen Israels: das Volk stand am Horeb auf dessen Spitze ein Gewitter tobte, als Gott mit Moses sprach. Wir sind nicht zu diesem greif- und sichtbaren Berg gekommen, auch wenn der schrecklich war. Nein, wir dürfen hier schon Bewegung hineinbringen in die Herrlichkeit: durch Jesus Blut habe ich Zutritt zum Allerheiligsten. Und meine Gebete bewirken auch, dass Gott sein Räuchwerk zu unserer Anbetung hinzugibt. Die Gebete der Heiligen bringen Bewegung nicht allein in den Himmel sondern auch auf die Erde!
Wenn ich das erleben will muss ich wohl auch ab und an eine kleine Abreibung durch Vaters Hand erfahren... weil er mich liebt!!

Willst Du es wirklich wagen, Dich der Stimme Gottes zu verschließen? Diejenigen, welche einem Moses widerstanden kamen niemals nach Kanaan hinein. Ich aber darf Jesus als den erleben der auferstanden ist und nun Klartext in mein Leben redet. Von ihm wegzulaufen ist wirklich mit dem Leben gespielt. Oder willst Du mit dem Feuer Gottes spielen?

In einer Parkanlage in Porjus befindet sich eine Skulptur des Bildhauers Karl Milles. Sie stellt eine große Hand dar. Auf einer ihrer Fingerkuppen tanzt völlig unbekümmert ein kleiner Mensch herum, die Arme ausgestreckt, als wollte er erproben wie weit er sich aus der Hand herauswagen könne bis er abstürzte. Und auf dem zugehörigen Sockel steht ein kurzer Satz: Der Mensch in Gottes Hand.

Tanze ich noch auf Gottes Fingerkuppe rum, oder lasse ich mich in seiner Hand bergen?

  Hebr. 13

Wie wir das auch bei den Briefen des Paulus sehen, verfällt auch hier der Verfasser in eine Art Telegrammstil. Will er einfach noch möglichst viel auf sein Pergament bringen? Hat er ne Art Torschlusspanik? auf jeden Fall will er uns auf den verbleibenden Zeilen noch eine Vollpackung an Anweisungen mitgeben. Die möchten wir noch ein bisschen anschauen.

Bleibt fest in der Bruderliebe.
In einer total verfahrenen Gemeindesituation holte die Leitung Hilfe von außen. Der Mann zeigte uns das Wort Bruderliebe von einer ungewöhnlichen Seite. Er schlderte uns etwas aus seinem Elternhaus. -- Mein jüngerer Bruder und ich wohnten 17 Jahre lang in einem Zimmer. Ob wir uns manchmal gestritten haben! Ja, wir kannten uns sehr gut -- und wir liebten uns trotzdem! --

Es geht darum fest zu halten, nicht nach zu lassen. Und da gibts einen überlebenswichtigen Satz: Vergib mir! Ohne die zwei Worte wird das festhalten an der Liebe zum Murks. Und das hat der Autor hier sicher nicht gemeint.

Gastfreundschaft.
Sie war damals in der Gemeinde sicher eine Überlebensfrage. Wenn eine Gemeinde unter Verfolgung leidet wird Gastfreundschaft zur Lebensrettung.
Ich lebte im Norden Lapplands. Die Winternächte waren brutal. Kälte von -40° war keine Seltenheit. Wer hier seine Haustür abschloss wurde möglicherweise zum Mörder. Eines der ungeschriebenen Gesetze der arktischen Wildnis lautete: Lass immer die Tür unverschlossen. Jemand könnte sonst wegen Dir erfrieren...

Manchmal ist es auch so, dass ich Hilfe annehmen muss. Meinst Du, das sei einfach?
Ein junges Ehepaar aus unserer Gemeinde machte seine Hochzeitsreise nach Südamerika. Auf einer Wanderung gerieten die beiden in einen Hinterhalt und der junge Mann wurde niedergeschossen. Eltiche Projektiele steckten in seinem Körper. Nachdem Elke ihren Mann notdürftig versorgt hatte kam gerade ein Bauer des Weges. Er erfasste die Situation, griff zu und trug Martin während mehreren Stunden zum nächsgelegenen Krankenhaus. Als Elke sich bedanken wollte, war der Helfer unauffindbar. Engelsdienste erkennen wir, wenn überhaupt, meist im Nachhinein...
Wie ist es mit meinem Dienst an Gefangenen? Ich denke an Âke Wallin, der im Alter von 32 Jahren gut die Hälfte seines Lebens hinter schwedischen Gardinen verbracht hatte. Ein lediger junger Mann aus einer Gemeinde hatte sich den Behörden als Bewährungshelfer für Âke gemeldet. Landete Âke im Knast zog sein Helfer an den Ort um und ließ sich in der Gefängnisküche anstellen. So konnte er jeden Tag mit Âke arbeiten... Anfänglich ärgerte ihn das. Später wurden sie Freunde und eines Tages wurden die Gebete des Bewährungshelfers erhört: Âke Wallin, der Schrecken der Vollzugsbehörden bekehrte sich und fing ein Leben mit Jesus an. Ich lernte ihn kennen als er über siebzig war. Pastor Wallin hatte seine Gemeinde zerstreut in allen Gefängnissen des Landes. Er bekam durch die Behörden die Erlaubnis auch die Hochsicherheitsgefängnisse zu besuchen. Wie viele Menschen durch seinen Einsatz zu Jesus fanden werden wir erst in der Herrlichkeit erfahren.
Auch wenn wir diesen Dienst nicht kopieren können, wird Gott doch immer wieder Menschen finden, die gerade diesen Dienst tun können. Und wer garantiert uns dass wir nicht eines Tages dank willkürlicher Gesetze im Knast landen?

Unzucht und Ehebruch werden hier angesprochen. Wie bitte, in der Urgemeinde? Du liest richtig. Damit, dass ich die Augen vor Sünde zudrücke ist sie nicht aus dem Weg geschafft!!

Meine kleine Schwester hatte manchmal allen Grund sich vor uns Großen zu verstecken, wenn sie wieder mal etwas angestellt hatte. Wenn ihr das aber nicht gelang machte sie es sich ganz einfach. Sie nahm ein Taschentuch und wickelte es um einen Finger, tipte mit diesem an ihre Nase und schrie im Brustton der Überzeugung: Kannst mich ja nicht sehen!! Sie dachte wohl, wenn wir den Finger nicht sähen, würden wir sie nicht erkennen... Wie dumm doch manche Menschen mit Sünde umgehen. Sie geben ihr ein anderes Kleid, nennen sie Schwachheit oder was auch immer. Als ob Gott dann die Sünde einfach übersehen würde. Übrigens grassiert diese Art Umgang mit Sünde heute in sehr vielen Gemeinden.

Im gleichen Atemzug mit der Unzucht wird aber auch der Geiz genannt. Als wir im Englischunterricht mal über die geizigen Schotten herzogen meinte unser Lehrer: Seien Sie da bitte vorsichtig. Die Schweizer sind nämlich nicht geizig, bewahre! Sie sind nur außeroerdentlich sparsam.

Ich arbeitete einige Monate lang in Ostfriesland und betreute vakanzmäßig vier Gemeinden. So hatte ich sehr viele Bus und Bahnfahrten zu machen. Während der ganzen Zeit sah ich keinen Lohn. Doch als meine Zeit kam heimzukehren zahlte man mir einen kleinen Betrag aus, keine 100 Mark. Wir wussten nicht, dass sich Deine Spesen so hoch belaufen würden. Wir haben sie an Deinem Lohn abgezogen... Der Älteste war ein wenig überrascht, als ich ihn darauf aufmerksam machte, dass alle Übel im Geiz wurzeln.

Anderseits darf ich bezeugen, dass ich bis heute niemals Mangel hatte. Gott versorgt mich bestens.

 

Wenn wir hier aufgefordert werden auf unsere Väter in der Gemeinde zu schauen, trifft mich das in zweifacher Hinsicht. Ich habe einige Gottesmänner in der Gemeinde gekannt die mit ihrem ganzen dasein Evangelium lebten. Und ich habe Männer gekannt die sich mit aller Kraft an Machtpostionen klammerten. Aber ich sehe auch die Verantwortung selbst so zu leben, dass Menschen zu Jesus finden.

Lasst mich einige dieser Gottesmänner schildern. Jakob Widmer, meinen ersten Pastor, habe ich schon einige Male erwähnt.

Da war aber auch Papa Karl Gyllroth in Boden, Gemeindepastor und Leiter der Bibelschule. Als ich ihn zehn Jahre später besuchte war der Mann erblindet. Doch er kam in das Gemeindebüro um mich zu grüßen. Sein Gesiciht mit den erloschenen Augen strahlte asl er meine Hände ergriff und Gott dankte: Da steht wieder einer meiner Schüler, die Du bewahrt hast! Da war auch Opa Kolenda, der vor seinem Heimgang stundenlang für all seine ehemaligen Schüler betete.

Oder Reinhold Ulonska. Sein prophetisches Gebet über meinem Leben vergesse ich nie: Vater, erstatte ihm die Jahre die der Fresser ihm gestohlen hat.

Ich zähle die weiteren nicht auf. Sie haben mich geprägt und sind mir Vorbilder. Menschen mit Macken und Fehlern aber voll Vertrauen auf Gottes Wort und seine Gnade. Solchen Männern nach zu eifern lohnt sich.

Doch da waren andere, machtgierige, die ihre Position als Machtfunktion missbrauchten und mich hellhörig werden ließen. Sie dienten in meinem Leben als Warnung, es ihnen nicht gleich zu tun. Mit vielen fiesen Mitteln banden sie Menschen an sich um sie dann für ihre Zwecke zu missbrauchen. Vor solchen warnt hier der Autor des Hebräerbriefes.

In den letzten Versen sehen wir ein klein wenig vom Umfeld des Schreibers. Er mag zum Team des Paulus gehört haben. Jedenfalls kennt er den Timotheus und arbeitet mit ihm zusammen. Noch einmal geht er warnend auf die Irrlehrer ein die ganze Gemeinden verwirren. Jesus stiftet aber nirgends Verwirrung. Die Botschaft vom Kreuz ist die klare Versöhnungsbotschaft. Daran halten wir fest.






 


 


 


 


 

 


 


 


 

 


 

 


 


 


 

 

 

 

 

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