Was ist ein Freund? Ein Freund kennt mich und liebt mich trotzdem. Leider kenne ich auch Freunde, die mir das nicht besonders leicht machen. Und trotzdem will ich zu ihnen stehen. Schließlich finden wohl auch diese Freunde, ich sei kein ganz einfacher Mensch.

Was aber tun, wenn ich feststellen muss, dass die Einstellung meines Freundes meinem Bibelverständnis z.B. glatt zuwider läuft? Es fällt mir nicht leicht. Aber ich kann die Tatsache nicht leugnen: bei bestimmten Themen gehen die Meinungen derart auseinander, dass ein Miteinander mehr Wunden schafft, als uns zuträglich wäre. Da bleibt mir nur ein Bild aus der Anatomie: die Gemeinde wird mit einem menschlichen Körper verglichen, dessen Nase ja nicht an den Füßen wächst. Zwar ist die Nase auf den Fuß angewiesen um sich fortbewegen zu können. Ebenso braucht der Fuß die Nase um nicht in jedes Näpfchen zu treten... und doch mögen sich die beiden nicht riechen. Es ist ja gut eingerichtet. Die beiden sollen sich ja nicht ständig auf der Pelle hocken!

So muss ich auch mal Distanz halten um mich nicht aufzureiben und frei zu bleiben, das klare Evangelium zu verbreiten. Gott wird jeden  auf seine Weise weiter gebrauchen. Und noch etwas: so fällt es mir leichter diesen Menschen zu segnen...

 

Manchmal geschehen erstaunliche Dinge. Ich bekomme von einem Leser meiner HP eine Mail und habe beim lesen den einen Gedanken: da tut Gott etwas. So ist es mir mit Günter Otto von Deyen ergangen. Schon bei der nächsten Mail stellte ich so manchen Berührungspunkt fest.

Günter hat mir inzwischen eine Kurzgeschichte zugesandt, die ich euch nicht vorenthalten will. Der langen Rede kurzer Sinn: Lies selbst, was er uns sagen will!

 

ABER, ein aberwitziges Entbindewort

 

Ich bin christlich-protestantisch-charismatisch-pfingstlerisch erzogen worden, und war über jede, nach außen hin erkennbarer Geistesfrucht hocherfreut.

„Mami, Mami heute habe ich für Tante Else eingekauft, freiwillig ihr Baby, die Elisabeth, ausgefahren und habe auch noch einen Brief für Tante in den Briefkasten geworfen. Von den fünfzig Pfennig Belohnung habe ich den Zehnten bereits beiseite geschafft“, so glückselig kam ich eines Tages nach Hause. Mutter tätschelte ihrem heiligen Bub versonnen übers Haupt, schaute mich liebevoll an und sagte: „Günter, das ist wunderbar und ich freue mich, daß du in der Heiligung Fortschritte machst. Aber kommt das auch alles aus einem reinen Herzen?“

Diese Aber-Einschränkungen häuften sich im täglichen Umgang mit meinen Mitmenschen. Zum Beispiel in der Schule: „Günter“, begann meine Lehrerin euphorisch, „du hast deine Hausaufgaben mal wieder ganz exzellent, in bester Schönschrift gefertigt... Aber früher warst du ein Tick besser.“

Als meine Frau und ich, unser achtes Kind in die Gemeinde zum segnen brachten, unser Pastor das Baby hochhielt, es der Gemeinde zeigte mit den Worten: „Ist das nicht ein hübscher Knabe, dieser Daniel von Deyen?“, und dann mit einem „Aber“ fortfahren wollte, fiel ich ihm händeringend ins Wort: „Bitte, bitte nicht dieses Aber...“, ich fürchtete er hätte sagen wollen: „Aber früher hat er schönere Kinder gezeugt.“

Irgendwann kam ich in das Alter, wo medizinische Vorsorgeuntersuchungen auch an mir vorgenommen werden mußten. Als mein Hausarzt in meinem Beisein alle Untersuchungsergebnisse durchging und mir abschließend strahlend mitteilte: „Na, Ihre Werte sind ja wunderbar, kerngesund sind Sie, Herr von Deyen.  Aber...“, es war das Letzte, was ich noch hörte, bevor ich in Ohnmacht fiel. Minuten später erwachte ich. Herr Doktor stand neben mir, tätschelte meine Wangen und fragte scheinheilig: „Hat das positive Ergebnis Sie so sehr erschreckt?“ Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: „Nein, Sie sagten abschließend jedoch: Aber...“ „Na und?“, erwiderte er verdutzt, „ich wollte doch nur sagen: Aber Sie müssen Ihre Versicherungskarte pünktlich am Quartalsanfang vorlegen.“

Dieses makabre Ent-bindewort zerwürfelt nicht nur mein Innerstes, sondern nimmt mir alle Freude an den wenigen Geistesfrüchten, die sich noch bei mir finden lassen. Ich muß gestehen ich habe eine „Aber-Phobie“. Bis in meine Träume verfolgt sie mich. Und lest nur, was mir träumte:

Nach einem allerletzten „Abererlebnis“, hatte mein Herz und mein Geist den Geist aufgegeben, endgültig! Ich schlug erst vor dem Himmelstor wieder meine Augen auf. Rechts daneben stand ein riesiges Pult, darauf lag ein ebenso großes Buch. Eine Person in einem unverschämt hellen Kleid kam durch das Tor und schlug das riesige Buch auf. Nachdem Petrus - ich nehme an, es war Petrus, denn es ist immer Petrus, wie ich gehört habe, der einem dort empfängt - eine Weile still  gelesen hatte, schüttelte er den Kopf und sagte: „Mein Lieber, Günter von Deyen, obwohl du dich an die hundertmal bekehrt hast, wir dir die Fülle des Heiligen Geistes zur Verfügung gestellt hatten, sprengt das, was hier weiter an Verfehlungen aufgeschrieben steht, den Rahmen dessen, was ich bisher gelesen und gehört habe. Schon beim Hören solcher Sünden, würde jeder sterbliche Beichtvater sich verunreinigen. Es tut mir leid, ich muß dich in die ganz, ganz andere Richtung schicken.“

Natürlich  wußte ich, daß Petrus recht hatte. Geahnt habe ich es immer, daß ein hartnäckiger, christlich-protestantisch-charismatisch-pfingstlerischer Rebell nicht in den Himmel kommen kann. So wendete ich mich mit hängendem Kopf und marschierte los, in die ganz, ganz andere Richtung.

Doch plötzlich donnerte es durch aller Himmel Himmel:

„ABER... wo die Sünde mächtig geworden ist, ist die Gnade um so mächtiger!“ (Röm. 5; 20)

(c) Günter Otto von Deyen

 

Was ist eigentlich ein Freund? Ein Freund kennt mich - und er liebt mich trotzdem!

Diese Formel mag sehr einfach klingen. Aber sie geht auf. Wahre Freunde gibt es nicht jede Menge. Ich habe einen Freund der seit meiner Bibelschulzeit zu mir steht. Damals in der frühen sechzigern besuchten wir gemeinsam die Bibelschule. Das zweite Schuljahr absolvierte Lothar an einer Schule in England. Sein Ziel war die Mission. Leider ging dieser Wunsch nie in Erfüllung. Er wurde Erzieher im Bethelwerk.
Auch ich selbst war nie Gemeindepastor - halt, doch. Ich war einige Monate im Dienst als Vakanzpastor in einigen Gemeinden in Ostfriesland. Danach war ich auch nur noch nebenamtlich im geistlichen Dienst. Lothar steht immer noch zu mir. Er ging im Leben sehr schwere Wege. Krankheit prägten seine letzten Jahre. Aber wir halten zusammen. Wir haben uns schätzen gelernt.

Zu meinen nächsten Freunde zähle ich einige Menschen, die ich übers Internet kennen lernen durfte. Über Jahre pflegen wir Gebetsgemeinschaft, treffen uns zum Teil schon mal für mehrere Tage. Und wir haben ein Ziel: wir wollen für Jesus leben.

 

Gott wirkt - und er sucht Menschen, die sich ihm mit allem was sie sind und haben ausliefern. Spannender als an seiner Seite wird Dein Leben nie!

 

 

                          

                  

 

 

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