Lass los! Gott kann nur leere Hände füllen!

Es ist soweit. In meiner Wohnung ist es sehr leer. Auch wenn ein Gespräch mit Elisabeth schon lange nicht mehr möglich ist, fehlt sie mir an allen Ecken und Enden. Ihr lachen und strahlen sind nicht mehr da. Und wenn ich sie im Pflegeheim besuche, scheint mir hier eine andere Person zu begegnen: abweisend und aggressiv. "Du hast mich einfach abgeschoben..." lautet der Vorwurf. Sicher, sie kann es nicht einordnen und versteht nicht, was passiert. Aber ich kann sie nicht mehr optimal betreuen, meine Kraft reicht schlicht nicht aus.

Vater, ich lasse los. Ich will mit dir leben und ich danke Dir, dass Du mir Kraft gibst, auch diesen Weg mit Dir zu gehen. Danke für Elisabeth. Lass sie jetzt Deine Nähe ganz mächtig verspüren. Danke Vater.

 

 

 

Wir leben in einer Zeit, so hektisch wie man es sich vor Jahren kaum vorstellen konnte. So denke ich  an das Wort, dass Gott in der letzten Zeit vor der Wiederkunft Jesu die Zeit verkürzen wird, weil sonst kein Mensch gerettet würde. Ich denke wir stehen zu mindest am Anfang dieser Zeitphase.

 

 

 

 

Alles wird kurzlebig. -- Einer meiner Lehrer an der Schule für Sozialarbeit bemerkte mal, dass wir in einer „Ex und hopp Gesellschaft“ leben. Und dazu machte er die entsprechenden Gesten. Trinken, also den Moment genießen, und dann wegwerfen. Das wird heute auch mit Menschen gemacht. Ein Angestellter der das Tempo im Betrieb nicht mehr schafft wird weggespart.

 

 

 

Zu welcher Verzweiflung das oft führt erlebe ich immer wieder. Im Internet gibt es Foren in denen sich Menschen, vorab Jugendliche, darüber austauschen, wie man sich selbst umbringen kann. Als Christ kann ich die Augen vor solchen Nöten nicht verschließen.

 

 

Da ist ein Vater, der von seinem Sohn Höchstleistungen in der Schule erwartet. Der Junge ist begabt – vor allem handwerklich. Und da er seinen Vater liebt zerbricht er an dessen Erwartungen. Ich hatte vor Jahren einen Lehrling. Seine schulischen Leistungen ließen sehr zu wünschen übrig. Doch weit schlimmer fand ich das Verhalten seines Vaters: „Ich dachte er sollte das Abitur schaffen. Aber das reicht ja nicht einmal für ne handwerkliche Lehre!“ Warum wohl??

 

 

 

Wir lesen über unsere Zeit Worte aus dem Mund Jesu: Viele Gäste hatte der König zur Hochzeit seines Sohnes geladen. Aber die Gäste warens nicht wert. Faule Ausreden brachten sie vor, als sie zur Feier erscheinen sollten. Da fiel dem König was ein: Geht an die Hecken und Zäune und ladet Blinde, Lahme, Wegelagerer ein. Nötigt sie hereinzukommen. Wir sehen hier einen König der betteln geht um Menschen zu einem Fest zu bringen. Wenn Jesus heute hier wäre würde er wohl sagen: Vergesst die Verzweifelten im Internet nicht! Sie treiben sich hier rum aus purer Verzweiflung und wissen nicht, wie sie im realen Leben die Kurve kriegen sollen. Sie sind nicht selten diesem realen Leben völlig entfremdet. Schleppt sie an. 

 

Ich habe gerade die Worte des Paulus in den Ohren: „So flehen wir an Christi Statt: lasst Euch mit Gott versöhnen!“

 

 

 

Tun wir das? Ein Buchtitel des bekannten englischen Autors C.S.Lewis lautet: Pardon, ich bin Christ! Kein Christ sollte sich derart entschuldigen. Überlege mal es kommt einer gaaaaaanz schüchtern zu Dir und erklärt. „Verzeihen Sie, aber ich bin hier der Generaldirektor.“ Irgendwie wirkt das doch unglaubwürdig. Ich darf hier im Namen des Königs aller Könige Menschen einladen ein völlig neues Leben in Christus zu beginnen ohne alle Altlasten der Sünde. Das darf ich mit erhobenem Haupt tun...

 

 

Willy H.

Nun hatte ich mich doch herzlich geärgert: Alles - also wirklich ausnahmslos alles - sollte mir zum Besten dienen?! Das ist ja stark. Und doch steht das so in meiner Bibel. Also muss an meiner Einstellung irgend etwas faul sein. Der Fehler wird ja kaum bei Gottes Aussage liegen.

So greife ich nach meiner Bibel und finde im gleichen Kapitel gleich zu Beginn eine sehr starke Aussage, Römer 8, 3: So ist nun nichts Verdammliches an denen die in Christus Jesus sind. Nichts an diesen Menschen könnte man verurteilen? sind die also fehlerfrei? Niemals. Aber ihre Fehler wurden von Christus weggetragen. Durch Jesu Tod und Auferstehung sind meine Macken, Zicken und Fehler ausradiert, weggeputzt. Sie stehen nicht mehr zwischen Gott und mir. Um Jesu willen sieht mich Gott an als hätte ich niemals etwas unrechtes getan.

Wenn das also meine Lebensgrundlage ist dient mir alles zum Besten, was nun in meinem Leben passiert. Meine Frau hat Krebs und leidet an Parkinsons und Diabetes. Heute sah die Pflegerin, dass sich eine ihrer Zehen dunkel verfärbt...

Als der erste Schock abklang musste ich an Römer 8 denken: Nichts kann mich von Gottes Liebe trennen. Da kann kommen was will. Wir sind beide in Gottes Hand und darum wird uns nichts geschehen, was Gott nicht selbst zugelassen hat. Denn er wacht über meinem Leben. Das macht mich so getrost. Nie, nein niemals, nie und nimmer wird er mich verlassen. Er hat alles im Griff - auch wenn ich seine Wege machmal unbegreiflich finde.

Und seine Gnade wird uns auch ans Ziel, in seine Herrlichkeit bringen.

 

 

 

 2.Petrusbrief 1,3-4

Alles...Nichts ist auf der Strecke geblieben, nichts hat Gott dem Zufall überlassen. Er schafft selbst die Grundlage, dass mir alles geschenkt wird, was ich zum göttlichen Leben brauche.

Aber mir fehlt doch immer noch so viel. Ich bin immer noch ungeduldig, kleinkariert, gesetzlich und was auch immer... Hier liegt Dein Geschenk. Hast Du vergessen es auszupacken?

Vater Zeller hatte sich eine ganz besondere Weihnachtsüberraschung für die Kinder in seinem Waisenhaus ausgedacht. Diesmal sollte jeder Junge sein Geschenkpaket selbst aussuchen. Gespannt warteten die Kinder vor dem Speisesaal. Unter dem Weihnachtsbaum lagen große, schillernd eingepackte Sachen. Aber auch kleine, ganz unscheinbare Päckchen, eingerollt in Zeitungspapier oder Sacktuch. Vater Zeller öffnete die Tür und schaute zu. Die Jungs rannten in den Raum hinein. Große starke Bengel stießen die Kleinen beiseite und holten sich die schönsten Sachen. Alle mussten warten. Keiner durfte das Paket öffnen bis jeder seins hatte. Der kleine Junge war untröstlich: Für ihn gab es nur was kleines in Zeitungspapier. Der Große hatte ihn einfach weggeschubst und eine große Schachtel, goldverpackt an sich gerissen.

Auspacken! Wie schnell änderten sich die Gesichter. Die Tränen des Kleinen wichen einem lauten Jubel: im Zeitungpapier war eine Taschenuhr zu finden. Bei einigen Rangen gab es aber Tränen. Im goldgleißenden Paket befand sich Holzwolle und ein Backstein...

Gott gibt uns alles was wir brauchen. Doch unsere Geschenke finden wir nicht ausgepackt bereitgestellt: dadurch, dass wir Jesus, seine Kraft und Herrlichkeit, kennenlernen, erleben wir die göttlichen Geschenke.

Wozu sind diese Geschenke da? Wir dürfen durch die Verheißungen im Wort mehr und mehr in das Wesen Jesu hineinwachsen, sein Wesen anziehen wie ein Kleid. Und vergessen wir nicht: all die Verheißungen, die Petrus hier anführt stehen im Alten Testament. Das Neue gab es noch nicht!!

Noch etwas bemerkt Petrus hier: wir sind den verderblichen Begierden dieser Welt entronnen. Ja, wir stehen noch mit beiden Füßen in der Welt, aber wir gehören nicht mehr dazu. Wir haben die Front gewechselt. Darum werden wir von den Anhängern unseres früheren Chefs auch als Deserteure behandelt. Aber unser neuer Meister, Jesus , hat alles bereitgestellt, damit wir im Kampf bestehen können.

Paulus erwähnt, dass wir einen Schatz haben, der zwar in zerbrechlichen, unscheinbaren Tongefäßen, in unseren Leben, aufbewahrt ist. Nichts großartiges... Wo das Evangelium so großartig hingestellt wird, ist oft was faul. Unscheinbare Tonkrüge bewahren Gottes Schätze auf.
Wer hätte geahnt, dass Schriftrollen über Jahrhunderte in Tonkrügen konserviert bleiben könnten? Ich denke an Qumran. Das zeigt uns doch, dass es Gott gefällt erstaunliches zu tun auch in meinem schwachen Leben. Er legt seine Kraft und Herrlichkeit in mich hinein, weil er mich um Jesu Willen liebt.

Wenn das kein Grund zum jubeln ist?

Willy

 

 

 

 

Heute ist wieder ein herrlicher Tag. Bilderbuchwetter, Sonne pur. Und doch stellt sich mir eine Frage: Ist das alles? Bin ich von Wetterkapriolen abhängig? Oder andersrum gefragt: Was bestimmt meine Laune? Die alltäglichen Unzulänglichkeiten oder meine Beziehung zu Gott?

Schau, ich denke gerade an mein Elternhaus. Mein Vater war ein strenger Mann, der sehr gern ein drittes Mädchen oder wenn schon einen Vorzeigesohn gehabt hätte. Beides war ich nicht. So bekam ich eben mehr und mehr den Tepichklopfer zu spüren... denn ich entsprach äußerst selten Vaters Vorstellungen.

Als ich nun von Gott hörte, dass er ein Vater sei, wollte ich nichts mit ihm zu tun haben, sah ich doch die Anforderungen, denen ich nie genügte und die folgenden Konsequenzen... Es dauerte bis ich lernte meine Bibel als Gottes ganz persönlichen Liebesbrief an mich zu betrachten.

Ach ja, wie gehst Du mit einem Liebesbrief um? Schaust Du da mal rein um ihn dann einfach wegzulegen: Ich weiß ja nun was darin steht. Du, sowas kann ich mir schlicht nicht vorstellen. Du wirst bestimmt versuchen mehr rauszulesen als Du beim oberflächlichen lesen gesehen hast. In der nächsten freien Minute wirst Du den Brief wieder hervorholen und schauen, ob Du da zwischen den Zeilen nicht noch etliches finden kannst... Ich kenn mich doch und erinnere mich sehr gut daran.

Und bei dieser Liebesbeziehung zu Gott bin ich mir ganz sicher: sie zerbricht nicht an meinen Macken Sie hält. Sie hat meinen himmlischen Vater zu viel gekostet, als dass er mich wieder fallen ließe: Er musste damals Jesus verlassen, um diese Beziehung zu mir aufbauen zu können. Und nun stehe ich hier. Und mein himmlischer Vater? Wir beide haben uns einfach ganz doll lieb. Das ist es, was mein Leben stabil macht trotz aller Beschwerden und Macken, trotz Fehler und Unzulänglichkeiten.

Möchtest du nicht auch so mit Gott per Du sein? Lass es mich wissen. Ich helfe Dir gern mit Gott ins Reine zu kommen.

Willy

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

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