Um uns beide ein wenig zu verstehen, tun wir am besten einen Blick zurück.

Elisabeth war das zweite aus einer Kinderschar von 13 Geschwistern. Von klein auf gehbehindert, lernte sie sich früh durchzusetzen. Sicher war es nicht einfach den langen Schulweg über die steinigen Wege zu schaffen. Aber das stählte ihren Willen.

Elisabeth wuchs in einem christlichen Elternhaus auf und lernte schon als Kind eine Beziehung zu Jesus zu pflegen. Als junges Mädchen entschied sie sich Jesus  nachzufolgen.

Ganz anders war meine Kindheit. Vater war ausgebildeter Kaufmann im Getreidegroßhandel. Als er die Malerei seines Vaters übernehmen musste, war er darin unglücklich. Er verkaufte nach Großvaters Tod das Geschäft um in der Ostschweiz als Industriekaufmann neu zu beginnen. Die Kriegsjahre brachten für uns als Familie mehrere Umzüge. Mutter arbeitete als Landarbeiterin um uns zu ernähren. Wir waren mitlerweile drei eigene und meist ein oder zwei Kinder aus noch ärmeren Familien. Da Mutter mit uns Französisch sprach, waren wir im Dorf schnell die Fremden...

Während der Schulzeit merkte man bald, dass bei mir körperlich etwas nicht stimmen konnte. Ich konnte nicht mit den andern Kindern umhertollen. Meist zog ich das linke Bein nach. Lange und komplizierte Untersuchungen schafften Klarheit: Da ich als Junge sehr oft krank war musste ich viel liegen. Mein linkes Bein wuchs dadurch viel langsamer als das rechte. Das führte zu Verschiebungen in der Wirbelsäule, an denen ich immer noch leide.

"Lass das, das kriegst du nicht hin." "Wenn wir den im Team haben verlieren wir ohnehin!" Wie schnell ist doch ein Kind ausgestoßen, gestempelt -- und zutiefst verletzt! Wie dankbar bin ich meiner Mutter. Sie machte nie einen Unterschied zwischen meinen Schwestern und mir. Für Vater muss das weit schwieriger gewesen sein. Er hatte sich doch noch eine Tochter gewünscht. Und dann kam ich. Sicher war ich nie der Vorzeigesohn, den er gern gehabt hätte. Mit meinem Buckel, dem schrägen Gang, und meiner panischen Angst, Fehler zu machen, blieb mir auch kaum ein Tritt ins Fettnäpfchen erspart. Auch lagen unsere Begabungen und Interessen weit auseinander. Unser Verhältnis blieb zeitlebens gespannt.

Es mag der wichtigste Markstein in meinem Leben sein. Ich war gerade mal 17 als ich mich für ein Leben mit Jesus Christus entschied. Was das in meinem Leben auslöste, darüber später mehr.

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