Wem vertraue ich?...

 

...Meinem Geld oder meinem Gott?


Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des HERRN.

Hesekiel 7,19
Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

Lukas 12,15

...aber manche ersticken an ihren Gütern!

Treffender könnte kein Vers hier stehen. Es war im Spätsommer 1975. Ich arbeitete als Helfer im Straßenbau. Zuvor war ich Taxifahrer. Davon konnte ich aber in der Krisenzeit nicht mehr leben.
Da wurde ich angesprochen. Die Ostmission suchte „Schmuggler“ die Bibeln hinter den eisernen Vorhang bringen sollten. Ich war bereit zu einem Anstellungsgespräch. Der Termin war abgemacht – und platzte. Von Gott hatte ich kein nein, aber auch kein klares ja bekommen. Ich betete weiter und machte einen neuen Termin fest. Auch der platzte. Noch schlimmer: die Wiener Basis wurde aufgegeben, weil jemand aus jenem Team in der DDR aufgeflogen war. Die Basis musste nach Athen verlegt werden. So bald ich einen Kameraden finden würde, der mit mir von Athen aus arbeiten wollte, sollte ich beginnen.
Was sollte ich tun? Da wurde mir Berns älteste Drechslerei zum Kauf angeboten. Ich aber war blank. Als ich Gott fragte sagte er mir: „Mein ist Silber und Gold.“ „Vater, was soll ich jetzt tun?“ „Kaufe!“ Ich bekam das nötige Geld trotz meiner unmöglichen finanziellen Lage.

Kurz darauf heirateten wir und bald zogen die ersten Pflegekinder bei uns ein. Ohne Gottes Zusage, dass er die Finanzen im Griff hat, hätte ich dieses Abenteuer nie gewagt.

Nie habe ich davon gelebt, dass ich viel hatte. Wir beteten oft ums tägliche Essen, weil wir nicht wussten wie unsere Rabauken satt werden sollten. Keiner ging je hungrig ins Bett. Niemals! Das ließ Vater nie zu. Sicher, manchmal heizten wir das 8-Zimmer-Haus mit Papierkugeln, weil weder Öl noch Kohle erschwinglich waren. Gefroren haben wir nie.
Doch eigentlich hatte Gott mich zu einem Dienst in der Gemeinde gerufen. So jedenfalls hatte ich ihn verstanden. Na ja, was ich schon verstehe... da mag Gott wohl nicht immer meiner Meinung gewesen sein. Meine Aufgaben waren nun gegeben: meine Kinder und meine Kunden. Sie alle sollten merken, dass ein Leben mit Jesus sich in jedem Fall auszahlt – auch wenn ich dabei nie finanzielle Probleme hatte. Um problematisch zu werden fehlten die Finanzen schlicht. Aber wir wurden bis heute getragen.

Ich lebe nicht davon, dass ich viel habe, sondern davon, dass Vater genug für mich hat. Da ist wohl höhere Mathe gefragt. Und Gottes Rechnung geht bestimmt auf.

Kürzlich wollte mir ein alter Bauer meinen Hund unbedingt abkaufen. „Ich bin reich und habe genug um ihnen jeden Preis zu bezahlen!“ meinte der Mann. Sein Gesicht hättet ihr sehen sollen als ich antwortete: „Es gibt eben noch Dinge im Leben, die sie mit ihrem Geld nicht erstehen können, z.B. meinen Hund oder ein reines Gewissen. Das schenkt Gott ihnen, wenn sie zu Jesus kommen. Da hilft ihnen ihr ganzes Geld nicht.“ Der Mann bekam wohl kalte Füße und verschwand eiligst...

Jesus gibt mir was ich brauche – und gibt er mir mal nix ist er wohl der Meinung, ein Fastentag würde nicht schaden. Mein Leben ruht in Gottes Hand, wovor sollte ich nun Angst haben? Vater sorgt für mich weit besser als ich es je vermöchte.

Ihm kannst du vertrauen.

 

Die Gemeinde, der Leib Jesu


Wenn auch Jesu Hinrichtung das größte Fiasko aller Zeiten zu sein schien: in Wirklichkeit war es der größte Sieg, der je auf dieser Erde errungen wurde. Satan und seine Vasallen wurden am Kreuz von Golgatha öffentlich zur Schau gestellt, ihre Arbeitsmethoden als Lügen entlarvt.


Nach seiner Auferstehung zeigte sich Jesus seinen Jüngern während 40 Tagen. Doch dann erlebten diese Menschen Jesu Himmelfahrt. „Es ist gut,“ sagte Jesus, „dass ich zum Vater gehe! Nur so kann der Tröster zu euch kommen.“ Welch eine geniale Lösung! In Millionen von Christen nimmt Jesus durch seinen Geist Wohnung. Wo der Mensch es ihm gewährt übt er Herrenrecht aus.


Das gibt mir eine tiefe Ruhe. Er, der Geist Gottes, führt Regie und ich bin dankbar für seine Anweisungen. Jesus braucht hier auf Erden Hände und Füße, die ihn zu den Menschen hin tragen, ihnen zeigen wer er ist.


Die Diskussion war in vollem Gang und wurde mit harten Bandagen geführt. Es ging darum welches die beste Bibelübersetzung sei. Da wurde es plötzlich still in der Runde. Einer hatte die Bemerkung gewagt: „Die beste Übertragung schuf meine Mutter!“ „Wie, ist Deine Mutter Übersetzerin?“ „Ja, sie überträgt die Bibel in ihren Alltag!“ Und damit brachte es der junge Mann auf den Punkt: erst, wenn ich Gottes Wort auslebe bin ich als Christ glaubwürdig.


Du möchtest Menschen zu Jesus führen? Dann gib ihm Hände und Füße! Lass Dir von Gottes Geist zeigen, was dran ist. Welche der Geist Gottes treibt oder führt, die sind Gottes Kinder.


Du willst wissen wie das praktisch aussieht? Lasst mich plaudern. Als Kunstgewerbler war ich manchmal nicht zu gut bei Kasse. In der Gebetszeit: „Willy, erinnerst du dich an das Schülerabo nach Zürich? Du brauchtest es sehr oft für private Fahrten. Das war nicht rechtens! Das musst du in Ordnung bringen.“ Diese Gedanken verfolgten mich. Ich begann die Sache abzuschätzen. Das überschreitet wohl meine Möglichkeiten. „Vater, gib mir doch etwas Zeit. Wenn ich dann so 1500 fr. auf der hohen Kante habe, werde ich die Sache ordnen!“ Ich kann dir flüstern: Gott lässt sich auf solch einen Kuhhandel niemals ein. Immer wieder drängte es mich zu handeln. Aber ich tat es nicht. Dann bekam ich Zahnschmerzen und ich musste drei Kronen ersetzen lassen... „Wie ist es jetzt? Schreibst du und bekennst du? Du kannst ja auch sagen, dass ich dir vergeben habe.“ Ich schrieb. Meine Angst war für die Katz. Ich las den Brief: „...und da Ihnen Gott ja vergeben hat, haben wir auch keine Forderung an Sie zu stellen...“


Heute geht es einfacher: ich versuche ganz eng mit Vater Kontakt zu pflegen. Da kann ich auch sein Flüstern gut verstehen. So macht Leben mit Jesus weit mehr Spaß. Er selbst führt Regie und ich mach mit...

 Ein Freund schrieb mir mal: Gott spielt bei mir keine Rolle – er führt Regie!!

 

Mein Gott ist alltagstauglich 

Aufstehen! "Vater, warum ist die Nacht nicht länger?" "Weil ich sie so kurz bestimmt habe -- aber wann hast du Dich schlafen gelegt?" "Stimmt, Vater, mein Fehler!" ...

"Willy, Dein Freund Bruno hat Schmerzen." Mit diesen Gedanken erwachte ich mitten in der Nacht. "Vater, da steckst Du dahinter. Bitte greif ein bei Bruno. Den alten Mann lässt Du doch nicht in seinen Schmerzen hängen? Du bist der Arzt!" Mir ist als ob Gott mir sagte: "Eben darum habe ich Dich aufgeweckt!" Und dann staune ich, wie mir Gottes Geist Worte schenkt in denen ich Gott anbeten kann. Einfach so, bis ich wieder einschlafe.
Am Morgen rufe ich Bruno an. Die Schmerzen haben nachgelassen -- und ich? bete weiter.

Heute Morgen musste ich an ein Erlebnis denken, das etliche Zeit zurück liegt. Ich sitze am Küchentisch. Vor mir die Bibel. Morgen sollte ich predigen und alles scheint mir davonzuschwimmen. Ich bete. "Geh zu Paalsons!" Im Raum ist niemand. Aber die Stimme war deutlich, eindringlich. "Vater, ich werde gehen. Aber bitte hilf mir zuerst noch mit meiner Predigt." "Geh zu Paalsons, es eilt!" "Ja, nachher..." Nichts geht mehr. Ich koche zu Mittag, aber es schmeckt nicht. Draußen tobt ein Blizzard, wie ich ihn nur im arktischen Winter erlebte. Keinen Hund würde man aus dem Haus schicken... "Gehst Du nun?" Ich gehe, brauche mindestens die doppelte Zeit. In der Nähe von Paalsons Hütte begegnet mir Eva. "So, kommst Du endlich?? Du willst mir doch nicht weismachen, dass Gott so lange brauchte um dir das zu sagen? Seit heute früh bete ich dass Du herkommst." Eva war noch kein Christ. Aber wer kein Telefon hat und bei dem Wetter nicht raus kann betet eben, dass der Pastor herkommt. Und Gott ist so gnädig auch einen ungehorsamen Pastor auf die Füße und die Skier zu stellen und herzuschicken...

Gott muss nicht, aber so kann er wirken. Heute lebe ich weit mehr im Zwiegespräch mit Gott. Das ist ne durchaus frohe Sache und passt zu jeder Zeit und überall. Da brauche ich keine bestimmten Formeln oder fromme Worte. Mein Gott ist mein Vater. Und meinem Vater kann ich auf den Schoß klettern und auch mal einfach bei ihm kuscheln. Warum nicht? Ich bin Vaters kleiner Junge mit vielen Macken und Fehlern. Aber wir zwei haben uns einfach lieb.

Und dieser Gott passt auch in meinen chaotischen Alltag.

 

 

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